Presse

Bericht der "Ruhr Nachrichten" vom  17.08.2002 über die Schützenkette:


Südkirchener Grünröcke versteckten ihren "Schatz" unter einem Pflaumenbaum

Die vergrabene Schützenkette


Gut versteckt hatten die Pankratius-Schützen während des zweiten Weltkrieges ihre Königskette. Anton Quante hat das gute Stück in seinem Garten unter einem Pflaumenbaum vergraben.

Seit 1938 hatte der Südkirchener, der 1920 selbst König war, die ca. 275 Jahre alte Schützenkette unter seiner Obhut. Als es zu Beschlagnahmungen von Wertgegenständen zur Kriegsfinanzierung kam, vergrub Quante mit Sohn Josef eines Nachts bei Kerzenschein die Kette im Garten.

Trotz aller Nachforschungen des NSDAP-Ortsgruppenführers war die Kette bis nach Kriegsende nicht auffindbar. Auch die Amerikaner, die 1945 in Südkirchen einmarschiert waren und gerne "Souvenirs" mit nach Hause nahmen, fanden sie nicht. Egon und Josef Quante erinnern sich noch gut an ein Wettschießen der Amerikaner auf den Pflaumenbaum in ihrem Garten: "Uns beiden Kindern rutschte das Herz in die Hose."

Kaum hatten die Amerikaner Südkirchen verlassen, gruben Vater Quante und seine Söhne die Kette aus. Sie war im Laufe der sechs Jahre stark vom Rost befallen worden. Heimlich wurde sie dem damaligen Uhrmacher Anton Kohues zum Renovieren übergeben. Danach versteckte Pfarrer Gröhne die Schützenkette hinter dem Hochaltar in den Tabernakel der alten Kirche. Beim ersten Schützenfest nach dem Krieg 1950 wurde sie wieder hervorgeholt. Heute befindet sich die Kette in sicherer Verwahrung bei der Volksbank in Südkirchen